Vom Boxclub in die Altenpflege

von Petra Baumgardt / Foto: Nicolas Carbenay

Zunächst sagte Elena Sutoi nicht viel, die deutsche Sprache war ihr fremd, sie konnte nur wenig sprechen oder verstehen. Doch für Bernd Hackfort, Cheftrainer im Boxclub-Nordend Offenbach war dies kein Hinderniss, wenn es darum ging, die junge Rumänin in das Sport- und Integrationsprogramm des BC-Nordends aufzunehmen. Elena war anfangs als Begleitung ihres Neffens gekommen, doch bald trainierte sie selbst im Ring und interessierte sich auch für die Förderprojekte des Boxclubs. 2009 bestand u.a. ein Kooperationsprojekt mit dem Altenpflegeheim Elisabeth-Maas-Haus im Nordend. Junge Boxerinnen und Boxer halfen in der Cafeterie oder unternahmen Freizeitaktivitäten mit den alten Menschen. Auch Elena Sutoi kam so in Kontakt mit dem Berufsfeld Altenpflege und sah hier eine Perspektive für ihre Zukunft. 

Zunächst kehrte sie jedoch für einige Zeit nach Rumänien zurück, pflegte hier die eigenen Eltern. „In Rumänen gibt es so gut wie keine Altenheime, dafür gibt es kein Geld. Die alten Menschen werden fast alle in den Familien betreut“, so Elena. „Ich schloß dann auch noch mein Studium im Bereich Verwaltungswirtschaft ab, aber die Aussichten in meinen Land einen Arbeitsplatz zu finden, sind sehr gering. Deshalb bin ich 2014 nach Deutschland zurückgekommen.“

Im Elisabeth-Maas-Haus war Elena noch in guter Erinnerung und so wurde ihre Bewerbung für einen Ausbildungsplatz gerne angenommen. Jetzt absolviert sie hier die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft. Ein Beruf mit guter Zukunftsperspektive, aber auch hohen Anforderungen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, davon abwechselnd je 2 Monate praktische Arbeit im Altenpflegeheim und 1 Monat Unterricht an der Altenpflegeschule Hufeland-Haus in Frankfurt.

„Die Pflege umfasst vielfältige Aufgaben und ist körperlich und auch psychisch manchmal anstrengend. Man muss lernen mit dementen oder behinderten Menschen umzugehen und sich auch mit dem Tod auseinander zusetzen. Ein professioneller Umgang damit gehört auch zur Ausbildung.“, erklärt Elena. „Im Elisabeth-Maas Haus arbeite ich gerne, es ist eine kleine Einrichtung mit ca. 60 Bewohnern, überschaubar und mit einem guten Klima.“ 

Voraussichtlich 2019 wird sie mit der Ausbildung fertig sein und hat gute Chancen übernommen zu werden. Auch für ihre Zukunft sieht sie viele Möglichkeiten sich im Altenpflegebereich weiter zu qualifizieren. 

„Nur für das Boxtraining habe ich leider keine Zeit mehr“, meint Elena. „Doch ohne die Unterstützung vom BC-Nordend und besonders Trainer Bernd Hackfort hätte ich diesen Weg nicht gefunden und der Kontakt ist geblieben.“

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